Donautäler-Radweg – Bikepacking „Light“ vor der Haustüre

Vergangenes Jahr haben Lisa und ich für uns das Bikepacking „Light“ entdeckt, als wir in fünf Tagen durch die Niederlande gefahren sind. Mit „Light“ meinen wir mehrere Tage mit dem Fahrrad unterwegs sein, jedoch Gepäck sparen, indem wir nicht im Zelt übernachten, sondern in festen Unterkünften, wie Hostels, Airbnb oder Hotels. Das wollten wir auch dieses Mal wieder so machen. Dieses Jahr wählten wir als Zeitraum nur ein verlängertes Wochenende von vier Tagen im Juni. Wegen der kurzen Zeit war es uns wichtig keine lange Anfahrt zum Ausgangspunkt zu haben.

Daher war der Donautäler Radweg, den man von Ulm aus starten konnte, perfekt für uns: 270 km und 1900 hm schienen uns für vier Tage nicht viel zu sein und es lagen Hotels in den richtigen Abständen direkt auf der Route.

Obwohl ich seit mehreren Jahren in Ulm wohne, habe ich zwar vom Donautal gehört, jedoch noch nie vom DonauTäler Radweg.

Der DonauTäler Radweg führt durch vierzehn Donaunebentäler. Der gut erschlossene Radweg verbindet verschiedenste Landschaften, die durch Heide, Flüsse, Seen, Auwälder und Moore geprägt sind. Neben der abwechslungsreichen Landschaft liegen auch viele Highlights wie Klöster, Wasserstellen, architektonisch interessante Kapellen und Höhlen auf dem Weg.

Auf der Webseite des DonauTälers sind die einzelnen Abschnitte beschrieben und es gibt viele Informationen zur Strecke, den Highlights, Übernachtungsmöglichkeiten und vieles Weitere.

Johanna und Lisa auf dem Donautäler Radweg.

Ich kannte zwar Teile vom Lonetal, weil ich dort schon mit meinem Mountainbike war, jedoch war mir der Rest gänzlich unbekannt. Dabei fand ich es tatsächlich erstaunlich so etwas direkt vor der Haustüre zu haben, und doch nicht zu kennen. Ist dir so was auch schon mal passiert? Manchmal lohnt es sich, sich über die Region direkt vor der Haustür wie ein Tourist zu informieren, um auf solche Highlights zu stoßen.

Vorbereitung

Schon um einige Erfahrungen aus unserem Bikepacking Urlaub vom Vorjahr reicher, ging das Packen dieses Mal etwas schneller. Wir hatten unsere bewährten Packtaschen vom letzten Jahr:

  • Lisa ausgestattet mit Frontloader und Arschrakete von topeak
  • Ich mit Frontloader von vaude und noname Arschrakete von Amazon plus Fahrradrucksack von Deuter

Die Unterseiten unserer Packtaschen haben wir, wie letztes Jahr, mit Panzertape abgeklebt, falls doch mal die Reifen streifen sollte. Weitere Details und Tipps findet ihr im Bericht vom letzten Bikepacking Urlaub hier.

Wettertechnisch waren dieses Mal für jeden Tag über 30 °C angekündigt, daher konnten wir auf lange, warme Kleidung verzichten. Lisa hat auch ihre komplette Regenkleidung zu Hause gelassen. Das habe ich mich nicht getraut und doch noch eine Regenjacke eingepackt.

Für die Verpflegung hatten wir in den Hotels Frühstück und Abendessen gebucht, für zwischendurch waren Stopps an der Eisdiele und der Kuchen vom Bäcker geplant. Außerdem haben wir natürlich noch einige Notfallriegel eingepackt.

Lisa hat die Route mit Komoot geplant. Es gibt schon fertige gpx-Tracks vom Donautäler-Radweg. Auf der Komoot-Karte hat sie dann geschaut, welche Highlights noch auf dem Weg liegen oder direkt neben dem Weg und daraufhin die Tour leicht angepasst. Die komplette Tour haben wir als Collection auf komoot abgespeichert.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden.

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Reisebericht

Tag 1

Ulm – Oberbechingen; 69,8 km; 530 hm

An Tag 1 sind wir relativ spät losgekommen, erst so um 11 Uhr, da Lisa davor zu mir angereist ist und wir noch gefrühstückt haben. Denn ohne Mampf kein Dampf! Im wunderschönen Ulm sind wir gestartet im Fischerviertel und am bekannten Ulmer Münster vorbei in Richtung Langenau. Schnell haben wir gemerkt, die hügelige Landschaft bei uns und den damit verbundenen Höhenmetern fühlt sich mit Gepäck doch anstrengender an als die Ebene in den Niederlanden. Zudem haben uns die hohen Temperaturen auch zu schaffen gemacht.

Da ich anfällig bin für Sonnenstich, habe ich von Anfang an immer unter dem Helm ein Schlauchtuch getragen. In Langenau haben wir uns erst mal von außen an einer Wassertretstelle abgekühlt und auch von innen durch einen Eiskaffee und einen Eisbecher an der Eisdiele. Danach ging es weiter ins Lonetal. Hier gibt es einige eiszeitliche Höhlen und vor allem viel schattigen Wald. Dort ist auch die Charlottenhöhle, eine riesige Tropfsteinhöhle.

Danach ist der Wald weniger geworden und die Landschaft hat sich eher in eine Heidelandschaft verwandelt, auch wunderschön!

Um einen kühlen Kopf zu behalten, haben wir zwischendurch unsere Schlauchtücher auf dem Kopf an einem Brunnen mit Wasser getränkt! Absoluter Tipp meinerseits!

Kurz vor unserem Zielhotel sind wir durch Giengen an der Brenz gekommen. Dort haben wir einen sehr sehenswerten Skulpturenpark gefunden und sind am Steiff-Museum vorbeigekommen. Ziemlich erschöpft sind wir am Landhotel Adler in Oberbechingen angekommen, dort konnten wir auch die Fahrräder in einem separaten Fahrradraum abstellen. Nach einer kühlen Dusche und einem leckeren Essen im Biergarten waren wir wieder gestärkt.

Tag 2

Oberbechingen – Wertingen; 67,1 km; 550 hm

Nach einem reichhaltigen Frühstück sind wir los und haben direkt nach dem ersten Kilometer wieder an einem Aussichtspunkt Pause gemacht und die Aussicht genossen.

Die restliche Strecke an diesem Tag war geprägt durch die Kapellen der Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung, die im Zeitraum 2018-2020 errichtet wurden. Wie in früheren Zeiten sollten diese Kapellen an den neu errichteten Radwegen den Reisenden Orientierung bieten. Die Chefin vom Landhotel Adler in Oberbechingen hat uns erzählt, dass Menschen aus ganz Deutschland anreisen, um diese architektonisch sehr interessanten Kapellen zu besichtigen.

Auch für mich als einen an der Architektur nicht sehr interessierten Menschen, waren die sehr verschiedenen Kapellen mit den Lichtspielen und Formsprachen sehr interessant anzuschauen.

Zwischendurch haben wir Pause im Klostergarten Maria Medingen gemacht.

Am Nachmittag waren wir auf der Suche nach einem Café oder einem Eiscafé. Unsere Empfehlung ist es, dafür einen Abstecher nach Bissingen zu machen. Das haben wir leider verpasst und waren an unseren Riegeln froh. Stattdessen haben wir das Wasserschloss Kalteneck gefunden und dort eine Riegelpause gemacht.

Belohnt wurden wir dann aber mit einem absolut fotoreifen Essen im Gänsweid in Wertingen.

Auch die Zimmer im Hotel zum Hirsch waren modern und geschmackvoll. Nach dem Abendessen haben wir noch ein wenig das Städtchen erkundet.

Tag 3

Wertingen – Krumbach; 79,5 km; 720 hm

Auf dem Donautäler Radweg.

Für den dritten Tag hatten wir uns die längste Strecke vorgenommen. Es war ziemlich heiß und wir waren froh, dass dieser Streckenteil zum Großteil bewaldet war. Trotzdem haben wir uns eine Eispause nicht nehmen lassen. Ein Highlight auf der Strecke war die alte Mühle in Ziemetshausen. Bedauerlicherweise fühlte ich mich immer schlapper und habe auch Halsschmerzen bekommen und habe deshalb die Tour abgebrochen. Daheim habe ich einen positiven Coronatest gemacht, woraufhin auch Lisa nach Hause gefahren ist.

Tag 4

Krumbach – Ulm; 56 km; 350 hm

Da wir beide abgebrochen haben, fehlt uns leider die geplante Übernachtung in Drexels Parkhotel in Krumbach sowie der letzte Streckenabschnitt von Krumbach bis Ulm.

Den letzten Streckenabschnitt wollen wir aber unbedingt nachholen, da wir landschaftlich von den ersten drei Tagen schon absolut begeistert waren.

Fazit

Wir waren absolut begeistert von dieser Rundtour. Es ist sehr faszinierend, wie schnell sich die Landschaft innerhalb von wenigen Kilometern ändern kann: Von Wald, über Heide, über Wiesen …

Die Strecke führt durchgehend über gut ausgebaute Fahrradwege. Wir sind die Strecke mit unseren Mountainbikes gefahren. Auch mit dem Gravelbike, Trekkingrad oder E-Bike ist die Runde gut machbar. Für das Rennrad halte ich die Wege jedoch nicht geeignet, da doch ein Großteil der Wege geschottert ist.

Der Donautäler-Radweg ist also eine absolute Empfehlung unsererseits. Ihr könnt an beliebigen Stellen starten und es gibt auch die Möglichkeit die Länge individuell zu gestalten.

Wir sind die große Runde außen herumgefahren, es gibt aber auch in der Mitte eine Querverbindung, wodurch sich zwei kürzere Strecken auch perfekt fahren lassen.

Lisa und Johanna auf dem Donautäler Radweg im Ulmer Fischerviertel.

Grüße, Johanna & Lisa

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