Mein erstes Rennen während Corona -Meine Erfahrungen und Tipps

Mein erstes Rennen während Corona  -Meine Erfahrungen und Tipps

In diesem Bericht erzähle ich von meinem ersten Mountainbike-Rennen. Falls Du noch nie ein Rennen gefahren bist, motiviert dich dieser Beitrag hoffentlich dazu, dich beim nächste Mal an einem Wettkampf anzumelden. Vielleicht profitierst du auch von meinen Erfahrungen und Tipps aus diesem Beitrag. Falls Du schon öfters ein Rennen gefahren bist, erkennst du dich vielleicht in der ein oder anderen Stelle wieder und erinnerst dich an deinen ersten Wettkampf zurück.

Inhaltsverzeichnis

Motivation

Eigentlich bin ich ja eine Genussradlerin durch und durch. Ich hasse es mir in meiner Freizeit Druck und Stress zu machen. Aber ab und zu suche ich mir trotzdem Herausforderungen und stecke mir Ziele. Das motiviert mich ungemein auf etwas hinzuarbeiten, besser zu werden und diesen Fortschritt dann auch zu sehen. Für nächstes Jahr ist mein Plan, den Engelcup bei uns in der Region mitzufahren. Für dieses Jahr hatte ich eigentlich keine Ziele. Darum war es auch eher eine spontane Aktion von mir, bei diesem Rennen mitzufahren. Lisa hätte sich sowieso angemeldet und ich dachte dann: Warum nicht? Es ist schon mal eine gute Vorbereitung für nächstes Jahr jetzt eine Kurzdistanz zum Schnuppern zu fahren, um allgemein zu sehen, wie alles so abläuft. Und um Anfängerfehler jetzt schon zu machen, damit ich nächstes Jahr schlauer bin. Es ist natürlich zudem auch schön ein Rennen gemeinsam mit einer Freundin zu fahren. Die Streckendaten, 30 km und 500 hm, klingen für mich nicht überfordernd und ich kann dieses Rennen ohne zu großen Druck oder Training mitfahren.

Das ist auch der erste Tipp, den ich dir hier an dieser Stelle mitgeben möchte:

Überfordere dich nicht direkt bei deinem ersten Rennen durch eine zu große Strecke und setze dich auch nicht durch irgendwelche Zeitlimits oder ähnliches unter Druck. Gehe eher mit der Einstellung hin, die Atmosphäre zu genießen, nette Leute treffen, Erfahrungen zu sammeln und eine ordentliche Portion Motivation fürs zukünftige Fahrradfahren allgemein mitzunehmen.

Vorbereitung

Zuallererst: Ich war nicht wirklich auf das Rennen vorbereitet, weil ich mich ja recht kurzfristig angemeldet habe. Eher im Gegenteil, ich hatte zwei Wochen davor eigentlich kaum Zeit überhaupt zu fahren. Das werde ich bei zukünftigen Wettkämpfen, bei denen ich andere Ziele habe, aber auch anders machen. Aber für dieses erste Rennen war es okay. Ich bin seit März regelmäßig circa zweimal pro Woche nach Lust und Laune auf dem Rad gesessen und hatte mir dadurch eine passable Grundausdauer zugelegt.

Eine Woche vorher bin ich mit Lisa die Wettkampfstrecke einmal abgefahren.

Es ist sehr hilfreich die Strecke vorher einmal abzufahren, um einschätzen zu können, an welchen Stellen man mehr Gas geben kann und an welchen Bergen man etwas Geschwindigkeit herausnehmen sollte.

Außerdem gibt es dann auch keine bösen Überraschungen, wie Trails, die einen zu sehr überfordern oder Ähnliches. Ich habe mir nach dieser Probefahrt zum Beispiel auch vorgenommen, mir für die letzten paar Kilometer eine/n Mitfahrer/in zu suchen, um sich das letzte psychisch anstrengende Stück gegenseitig ziehen zu können.

Zur Vorbereitung gehört auch, sich die Tage vor dem Wettkampf so zu verhalten, dass sich der Körper bereit fühlt, maximale Leistung abzurufen. Ich habe daher am vorletzten Tag einen strikten Ruhetag eingelegt und am Vortag selber habe ich nur eine kurze Vorbelastungseinheit eingebaut. Das war in meinem Fall 30 min locker fahren mit fünf kurzen einminütigen Belastungsintervallen. Zusätzlich habe ich darauf geachtet am Abend vorher ein kohlenhydratreiches Abendessen zu mir zu nehmen und am Wettkampftag selber haben wir mittags auch nochmals Nudeln mit Tomatensoße gegessen. Du solltest auf jeden Fall am Wettkampftag selber und auch am Vorabend nicht mehr bewusst kalorienarm essen. Unter uns Frauen: Lass an den zwei Tagen deine Diät einfach Diät sein, denn ohne Mampf kein Dampf!

Außerdem habe ich mir schon vorher überlegt, was ich am besten anziehen soll.

Zieh dich auf keinen Fall zu warm an, lieber so, dass du beim Losfahren leicht fröstelst.

Sobald der erste Berg kommt, wird dir auf jeden Fall warm. Ich bin kurz-kurz gefahren. Also kurze Radhose und kurzes Radtrikot und darüber noch ein kurzärmliger Windbreaker. Das war für mein Temperaturempfinden perfekt!

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Auch das Fahrrad nochmals kurz durchzuchecken, die Kette zu ölen und den Reifendruck auf die Strecke angepasst einzustellen ist empfehlenswert!

Ansonsten ist es immer gut sich schon am Vortag über alles zu informieren: Wie komme ich hin, wo parke ich, wann muss ich wo meine Startnummer abholen… Am besten natürlich genug Zeitpuffer einplanen, damit es am Wettkampftag nicht stressig wird.

Rennen

Wir waren frühzeitig da und es hat, soweit alles reibungslos geklappt. Zuerst haben wir unsere Startnummer und unsere Goodiebag mit Nudeln, Riegeln, anderen Kleinigkeiten und dem T-Shirt abgeholt. Vor dem Start sind wir noch etwa zwanzig Minuten locker eingefahren. Zu dem Zeitpunkt merkst du dann auch, falls es von der Kleidungswahl gar nicht passen sollte!

Dann ging es los: Wir haben uns in unseren Startblock eingereiht, durften bis vor zur Startlinie fahren, hatten die Erlaubnis endlich die Maske abnehmen zu dürfen und dann ging es endlich los! Es lief zunächst super, ich fühlte mich gut und wusste, was auf mich zukommt. Aber es war auch zugleich schon von Anfang an sehr anstrengend, und nach ein paar Kilometern kam ich an den Punkt, dass mich die Zweifel überkommen sind. Ich habe mich gefragt, warum ich mich hier denn quäle, wenn ich hier doch sowieso nichts gewinne, und es wäre doch so viel bequemer einfach jetzt abzusteigen und aufzuhören,…. An diesem Punkt zu sein ist richtig hart und macht definitiv kein Spaß. Aber Aufgeben ist für mich eigentlich nie eine Option und ein paar Minuten später kam meine Motivation auch wieder zurück. Ein Blick auf die Uhr hat mir gezeigt, dass ich doch eigentlich ganz gut in der Zeit liege und dass es doch echt gut läuft. Und den schlimmsten Berg hatte ich zu dem Zeitpunkt auch schon hinter mir. Ab dem Zeitpunkt hat es wieder total Spaß gemacht. Ich wollte mein Bestes geben und hatte Spaß daran wieder ordentlich Gas zu geben. Lisa hatte mir genau diese Situation vorhergesagt:

Die meisten kommen irgendwann an den Punkt, an dem man zweifelt, und anschließend der Punkt, an dem man wieder zuversichtlich wird und merkt, dass es doch eigentlich ganz gut läuft.

Die Strecke war sehr abwechslungsreich: Feldwege, Waldwege, ein kurzer Trail, Asphaltstraßen. Vereinzelt standen Leute am Straßenrand, die uns Fahrradfahrer durch Zurufe und Glocken angefeuert haben. Man nimmt sie durch seinen Tunnelblick zwar nicht detailliert war, aber es hilft trotzdem enorm für die Motivation. Mitten im Wald stand ein Tenorhornspieler, der ein Ständchen für die Fahrer spielte, das hat mich echt kurz zum Lachen gebracht. Gelacht habe ich sonst aber auch öfters mal bewusst, wenn ich gesehen habe, dass da gerade in Streckenfotograf vor mir steht.

Es läuft aber nicht immer alles wie geplant. Zum Beispiel sind wir einen anderen Trail als in der Vorbereitung gefahren und auch meinen erhofften Mitfahrer für das letzte Stück gab es nicht. Dadurch dass ich nicht bei den Schnellen vorne mitgefahren bin, sondern eher so im Mittelfeld war ich streckenweise komplett alleine. Das fand ich psychisch ganz schön anstrengend…

Wenn man aber weiß, dass man den letzten Anstieg geschafft hat und es nur noch bergab bis ins Ziel geht, fühlt man sich einfach nur noch gut und gibt noch mal alles! Durch das Ziel zu fahren und seine eigene Herausforderung geschafft zu haben, ist das größte Geschenk, was man sich machen kann. Das ist der Grund, warum so viele Fahrradfahrer immer wieder solche Rennen fahren.

Corona

Nachdem dieses Jahr die meisten Rennen wegen Corona ausgefallen sind, ist es durchaus erwähnenswert, was an diesem Rennen anders ablief als gewöhnlich. Folgende Punkte sind mir aufgefallen:

  • Es gab weniger Teilnehmer als die letzten Jahre und man musste sich frühzeitig anmelden, um noch einen Platz zu bekommen. Eine Woche vorher waren schon alle Plätze vergeben. Außerdem gab es auch nur zwei statt wie sonst drei Strecken zur Auswahl.
  • Man musste einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen und auf dem gesamten Gelände war Maskenpflicht. Die Maske durfte erst eine Minute vor dem Rennen im Startblock abgenommen werden und musste direkt nach dem Ziel wieder aufgesetzt werden. Im Nachhinein hat es mich sehr geärgert, dass ich meinen Mundschutz während des Rennens noch um den Hals hängen hatte und nicht in eine Trikottasche gesteckt hatte, denn jetzt sieht man ihn auf allen Fotos.
  • Es wurde in mehreren kleineren Startblöcken gestartet und dort wurde darauf geachtet, dass die Fahrer nicht zu eng nebeneinander standen. Ich fand das richtig gut und würde mir wünschen, dass das auch in Zukunft so gehandhabt wird, weil das den Anfang direkt etwas entspannter macht und viele Stürze, die sonst im Startbereich passieren, so verhindert werden können.
  • Nicht nur weniger Teilnehmer, sondern auch deutlich weniger Zuschauer standen am Straßenrand. Trotzdem war es schön an mehreren Stellen von Leuten mit Glocken und Zurufe angefeuert zu werden.
  • Direkt hinter der Ziellinie standen Getränke bereit. Normalerweise hätte es dort auch Obst und Kuchen gegeben. Eine “richtige” Siegerehrung mit Treppchen gab es nach dem Rennen auch nicht. Die letzten Jahre fand die Siegerehrung immer während dem obligatorischen Nudelessen in der Halle statt. Dieses Jahr mussten sich die Sieger an einem Tischchen melden und bekamen dort ihre Preise überreicht. Die meisten Teilnehmer sind nach dem Rennen dann zeitnah wieder nach Hause gefahren.

Ich persönlich fand die Organisation des Events sehr gut durchdacht und auch die Stimmung bei den Teilnehmern war gut. Die Atmosphäre war bestimmt nicht so bombastisch wie unter normalen Umständen und vor allem der gemütliche Teil danach hat gefehlt. Aber ich froh, dass es sich ein Veranstalter getraut hat, das Rennen unter diesen Gegebenheiten durchzuführen und freue mich auch, dass dahin gehend alles reibungslos geklappt hat.

Fazit

Mir hat das Rennen sehr gut gefallen und würde im Nachhinein sagen: “Ich habe alles richtig gemacht”. Ich bin letztendlich 6. in meiner Altersklasse geworden und 9. bei den Frauen insgesamt. Ich finde das kann sich durchaus sehen lassen. Solange du Rennen fährst, weil es dir Spaß macht, und du dir vor Augen führst, dass selbst das schlechteste Rennen das beste Training ist, kannst du eigentlich nur gewinnen!

Liebe Grüße, Johanna

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