Mehr Zeit fürs Fahrradfahren für vielbeschäftigte Frauen

Mehr Zeit fürs Fahrradfahren für vielbeschäftigte Frauen

Ich habe keine Zeit mehr, mir wird alles zu viel. Erkennst du dich in diesen Sätzen wieder? Während der Coronapandemie hatte ich richtig viel Zeit Fahrrad zu fahren: Ich konnte nicht mehr klettern, weil die Kletterhallen geschlossen waren und das Wetter fürs Outdoorklettern am Fels noch nicht gut genug war. Auch meine Jugendgruppe, für die ich regelmäßig Kletterausfahrten organisiere, pausierte. Ich habe mich mit deutlich weniger Freunden getroffen. Mit den Freunden, mit denen ich mich getroffen habe, bin ich auch öfters entspannt eine kleine Runde mit dem Fahrrad gefahren, weil die ganzen Cafés und Restaurants geschlossen hatten, in denen wir uns sonst getroffen hätten. Man konnte ja auch irgendwie nicht viel anderes machen.

Nachdem jetzt viele Regeln gelockert werden, komme ich in einen regelrechten Freizeitstress. All die Dinge, die ich viel zu lange nicht gemacht habe, tu ich wieder. All die Freunde, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe, treffe ich.

Doch wo bleibt die Zeit fürs Fahrradfahren? Ich habe für mich da einige Kniffe gefunden und mir noch ein paar Möglichkeiten überlegt, wie ich das Fahrradfahren trotzdem in den Alltag integrieren kann.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren

Die beste Routine, die ich mir während Corona angewöhnt habe, ist es ab und zu mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Wenn du keine weite Pendelstrecke hast, ist das für dich wahrscheinlich eh kein Problem. Ich fahre jedoch mit dem Zug etwa vierzig Kilometer und bin dafür von Haustür zu Stempeluhr etwa eine Stunde unterwegs. Das ist für mich tote Zeit. Wenn ich die Strecke jedoch radle, brauche ich knappe zwei Stunden – die Zeit zum Umziehen und Frischmachen miteingerechnet. Ich finde zwei Stunden Fahrradfahren für eine „zusätzliche“ Stunde Freizeitbedarf ist eigentlich ein ziemlich guter Deal. Oft  fahre ich auch nur eine Strecke mit dem Fahrrad und nehme für die andere Strecke den Zug. Lisa hat für das Pendeln mit dem Fahrrad zur Arbeit einen ausführlichen Blogbeitrag mit vielen Tipps geschrieben.

Falls du nicht pendelst, sondern im Homeoffice arbeitest, kannst du ja auch die Mittagspause geschickt für eine kleine Ausfahrt nutzen.

Mit Freunden fahren

Gefühlt haben in letzter Zeit viele meiner Freunde ein neues Fahrrad oder E-Bike gekauft. Ist das bei Dir im Bekanntenkreis auch so? Ich finde es schön, dass viele da aktiver geworden sind und hoffe, dass das Fahrrad jetzt auch weiterhin Auslauf bekommt. Bestimmt kann ich mit einigen auch weiterhin eine schöne Runde zur Eisdiele oder an den Baggersee fahren. Klar, das eigene Hobby Fahrrad zu fahren, sollte niemandem aufgedrückt werden und ich werde sicherlich meine Freunde in Zukunft nicht nur noch auf dem Rad treffen. Es gibt ja auch viele andere tolle Sachen, die man zusammen unternehmen kann. Aber ich hatte schon auch das Gefühl, dass es vielen gefallen hat, zusammen die Gegend zu erkunden und sich gemeinsam zu bewegen.

Zu Freunden fahren

Letztes Wochenende bin ich mit Lisa ins Allgäu gefahren. Dort haben wir bei ihrer Freundin übernachtet und zusammen den Abend verbracht. Eigentlich war das eine ziemlich coole Möglichkeit das Fahrradfahren mit einem Besuch bei Freunden zu verbinden. Das werde ich in Zukunft auch öfters so planen. Seit Studiumsende sind meine Freunde auch etwas verstreuter, aber eigentlich alle im Umkreis von 100 km erreichbar, was ja ein gutes Ziel für eine Fahrradtour ist.

Mit Arbeitskollegen fahren

Hast du dich schon mal bei deinen Arbeitskollegen umgehört? Vielleicht fährt ja einer deiner Kollegen auch gerne Fahrrad und ihr könnt zusammen mal eine Feierabendrunde direkt nach dem Arbeiten drehen? Es spart definitiv Zeit, wenn man nicht erst heimfährt, auf dem Sofa versinkt und sich dann erst noch eine halbe Stunde lang motivieren muss, um nochmal loszufahren. Wenn man direkt von der Arbeit aus losfährt und als Ziel einen Biergarten oder ähnliches ansteuert, hat man das Fahrradfahren mit einem geselligen Abend mit Kollegen verbunden. Sowohl mit Freunden als auch mit den Kollegen gilt natürlich, dass das dann vermutlich keine harten Trainingseinheiten sind, sondern eher gemütliche Fahrten im Grundlagenausdauerbereich. Aber besser als gar nicht fahren, oder?

Einen Fahrradurlaub planen

Wenn man einen fahrradbegeisterten Partner oder Freundin hat, dann lohnt sich auch ein Urlaub mit dem Bike. Die perfekte Kombination aus Fahrradfahren und Wellness hatten Lisa und ich in unserem Urlaub im Pillerseetal letztes Jahr. Lies dir gerne dazu ihren Blogbeitrag durch.

Ziele hinterfragen

Doch zuletzt sollten wir uns fragen, was eigentlich unser Ziel ist. Wie viel „müssen“ wir wirklich dafür Fahrradfahren? Wenn man als Ziel einen Wettkampf hat und dafür trainieren muss, dann muss man sich dafür die Zeit nehmen und andere Sachen dafür vielleicht kurzzeitig zurückstecken.

Mein Motto ist “Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich”.

Mein Ziel ist es allerdings nicht, in einem Wettkampf irgendeine bestimmte Zeit zu fahren. Ich bin Johanna, die Genussfahrerin. Neben Genussfahrerin bin ich aber auch Genusskletterer, Partnerin, gesellige Freundin, Gelegenheitsbloggerin, motivierte Masterandin, Tochter und Mitbewohnerin, die ein bisschen Ordnung in der Wohnung halten möchte. Bei so vielen Aufgaben ist es normal, dass das Fahrradfahren auch mal kürzer kommt. Als Konsequenz merke ich dann auch, dass ich manche Berge nicht mehr so schnell hochfahre wie noch vor ein paar Wochen. Da für mich aber der Spaß am Fahrradfahren im Vordergrund steht, macht mir das nichts aus. Und ich erreiche mein „Ziel“ Spaß zu haben trotzdem.

Der Spaß vergeht mir allerdings, wenn ich in einer eh schon vollen Woche zwanghaft versuche irgendwie noch das Fahrradfahren unterzubekommen.

Es gibt eben nicht nur ganz oder gar nicht beziehungsweise schwarz und weiß. Grau ist auch eine schöne Farbe. Ich beobachte viele, die alles extrem angehen. Erst voll motiviert und dann liegt das Fahrrad irgendwann in der Ecke und wird gar nicht mehr gefahren. Ich mit meiner zwanglosen Herangehensweise bin dadurch aber viel ausdauernder, weil es so für mich nicht stressig ist, sondern ich dieses Hobby gerne ausübe und Freude daran habe. Durch dieses jahrelange zwanglose sporteln habe ich mir trotzdem eine solide Grundfitness aufgebaut, die auch nach zwei Wochen Pause nicht verloren geht. Manchmal habe auch ich ambitionierte Phasen, in denen ich ehrgeiziger Ziele verfolge, dann werde ich auch besser und sehe leistungsmäßig Erfolge. Das eine schließt ja das andere nicht aus.

Hast du deine Ziele schon mal überdacht? Bist du ein Schwarz-Weiß-Mensch?

Grüße, Johanna

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